Wie man Online-Pflanzenkäufer übers Ohr haut – und das schnell!

Wann immer wir mit Gartencentern und Baumschulen über KI sprechen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die neonblaue Hosta zur Sprache kommt. Kunden sehen diese KI-generierten Fotos auf Etsy oder Amazon und suchen genau diese Pflanze in deinem Laden. Und weißt du was: Du hast sie natürlich nicht, da es sich ganz offensichtlich um eine Fake-Pflanze handelt. Aber was steckt eigentlich hinter diesen Verkäufern auf Etsy und Amazon? Und welche Rolle spielt KI bei diesem Betrug?

Samen auf Etsy oder Amazon zu kaufen ist kinderleicht, und bei der ganzen Werbung, die sie auf Google schalten, kommt man kaum an ihnen vorbei. Wenn du bei Google nach „Hosta Samen“ suchst, siehst du folgendes:

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Ich würde sagen, es ist schwer, die echten zu finden, nicht die gefälschten. Was passiert also, wenn du auf Etsy gehst, um eine regenbogenfarbene Hosta zu kaufen? Bekommst du eine Warnung oder wirst du mit negativen Bewertungen bombardiert? Ganz und gar nicht!

Noch schlimmer: Du wirst direkt zum Kauf verleitet. Auf der Produktseite kommen die üblichen psychologischen Verkaufstricks zum Einsatz: ein Angebot, das bald endet, eine Anzeige, wie viele Leute sich die Pflanze gerade ansehen, und dazu bist du noch durch das Etsy-Einkaufsschutzprogramm abgesichert. Jede Menge Gründe, auf den Kaufen-Button zu klicken:

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Die Masche ist ziemlich simpel. Verbraucher kaufen Samen (keine fertigen Pflanzen), sodass es sehr lange dauert, bis sie merken, dass sie betrogen wurden. Bei den meisten Online-Betrügereien kauft und bezahlt man etwas, das dann einfach nicht geliefert wird. In unserer Branche läuft der Betrug jedoch oft subtiler ab.

Da die Kunden erst einmal Samen erhalten, bewerten sie die Verkäufer auf Plattformen wie Etsy anfangs sogar positiv. Online-Bewertungen spielen in der Plattform-Ökonomie eine entscheidende Rolle, sodass solche positiven Bewertungen zu noch mehr Bestellungen führen:

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Es ist auch bekannt, dass Betrüger (Fake-)Bestellungen im eigenen Shop aufgeben, um positive Bewertungen zu generieren und so richtig in Schwung zu kommen.

Aber mal ehrlich: Müsste der Betrug nicht eigentlich ins Auge springen? Glauben wir wirklich, dass eine Orchidee in Form einer Katze echt ist? Dieses Foto wird tatsächlich als Verkaufsanzeige für eine echte Pflanze genutzt:

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Oder diese Pflanze in Form eines Schmetterlings, inklusive Fühlern und Augen:

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Das ist kein kleines Problem

Man könnte meinen, dass Etsy, Google und Amazon ein großes Interesse daran haben, diese Betrüger zu bekämpfen, da sie das Einkaufserlebnis auf ihren Plattformen ruinieren. Aber das ist nicht wirklich der Fall. Dieser Shop ist seit 7 Monaten auf Etsy aktiv und hat bereits 57 Verkäufe erzielt:

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Und diese seltene Pflanze wurde auf Amazon in einem einzigen Monat über 50 Mal verkauft:

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Man findet Hunderte solcher Produkte und Zahlen. Der Grund, warum es so viele Fake-Pflanzen auf Etsy und Amazon gibt, ist, dass sich die Verkäufer leicht verstecken können. Man kann ruckzuck einen Shop eröffnen, ein paar tausend Euro verdienen und wieder von der Bildfläche verschwinden – nur um am nächsten Tag unter einem anderen Namen neu zu starten.

Die meisten dieser „Verkäufer“ sitzen in Ländern mit einem niedrigeren Durchschnittseinkommen als in den USA oder Westeuropa. Ein Umsatz von 50x 15 € für eine Pflanze kann dort schon einem ganzen Monatsgehalt entsprechen.

Da es sich um eine ziemlich anonyme Welt handelt, in der Käufer und Verkäufer eine Plattform nutzen, die kaum Support bietet, ist es extrem schwer, sein Geld zurückzubekommen, wenn man feststellt, dass aus den schmetterlingsförmigen Hosta-Samen einfach nur Unkraut sprießt.

Keine schlechte Masche, oder?

Ich will betrogen werden!

Als Verbraucher trägt man auch eine gewisse Eigenverantwortung. Wer sich eine Produktseite nur eine Minute lang genauer anschaut, stolpert schnell über Ungereimtheiten und Warnsignale. Ich habe mir eine dieser berühmten blauen Hostas angesehen und direkt mehrere Merkwürdigkeiten entdeckt. Ein Markenname wie „XCMBNHY“ macht zum Beispiel überhaupt keinen Sinn:


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Es ist kein Lieferant oder Ansprechpartner angegeben:


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Der Name des Verkäufers ist etwas seltsam:

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Auch die E-Mail-Adresse des Verkäufers wirkt unseriös; man würde einen Firmennamen erwarten und nicht unbedingt eine Endung auf @gmail.com. Und die Kontaktdaten sind ebenfalls schwer zu entziffern:

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Und nicht zuletzt: Wenn man eine echte Handelsregisternummer googelt, bekommt man normalerweise jede Menge Firmeninfos. In diesem Fall nicht – ein weiteres klares Zeichen, dass hier etwas faul ist:

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Man könnte argumentieren, dass Amazon seine Käufer schützen und solche Prüfungen selbst durchführen sollte. Aber ob es uns gefällt oder nicht: Sie verdienen mit, wenn Leute Produkte auf ihrer Plattform kaufen – selbst wenn es sich um Betrug handelt.

Es gibt viele Kunden, die solche Verkäufer auf Etsy und Amazon gemeldet haben, aber die Plattformen kümmert das herzlich wenig. Hier ist der Kommentar eines betrogenen Kunden auf Reddit, der einen Shop gemeldet hat, welcher danach trotzdem online blieb:


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Mit einer einfachen Rückerstattung hofft die Plattform, dass das Problem aus der Welt geschafft ist. Und die Wahrheit ist: Die meisten Verbraucher scheuen den Aufwand einer Reklamation, weil es viel Zeit kostet und es sich meist nur um kleine Beträge handelt.

Die Rolle der KI

Wann immer ich mich mit Ladenbesitzern über KI unterhalte, fällt sofort das Wort „blaue Hosta“. Und es ist absolut verständlich, dass in unserer Branche eine gewisse Skepsis gegenüber KI herrscht. Aber der Einsatz von KI kann auch viele Probleme lösen – und jede Menge Zeit sparen.

Wenn wir uns die Sache mit der blauen Hosta noch einmal durch den Kopf gehen lassen, zeigt das vor allem eines: Pflanzenfotos spielen eine riesige Rolle bei der Kaufentscheidung. Kunden sehen ein wunderschönes Bild und wollen sofort auf „Kaufen“ klicken.

Das ist der beste Beweis dafür, dass gute Fotos extrem wichtig sind.

Aber es kann extrem mühsam sein, an sie heranzukommen: Man muss sich durch unzählige Stockfoto-Websites klicken, Lieferanten kontaktieren und am Ende penibel auf die Lizenzrechte achten, um Abmahnungen zu vermeiden.

Genau hier können wir dir helfen: Wir liefern dir Pflanzenfotos, Daten und professionelle Etiketten für den Verkaufstisch, um deine Kunden optimal zu informieren!

Wie geht man im Laden am besten damit um?

Zurück zu dem Kunden, der dir auf seinem Smartphone das Foto der neonblauen Hosta zeigt und verlangt, dass du ihm genau diese Samen verkaufst. Wie erklärst du ihm am besten, dass es diese Pflanzen gar nicht gibt?

Hier sind ein paar Tipps & Tricks:

  • Kunden sollten die Bewertungen der Verkäufer genauer prüfen. Ignoriere die positiven Bewertungen, bei denen es nur um den schnellen Versand der Samen geht: Bestätigt dort wirklich jemand, dass die Pflanze am Ende so aussieht wie versprochen?

  • Wenn es sich um eine vermeintlich seltene Pflanze handelt, sollte sich das im Preis widerspiegeln. Die meisten dieser „seltenen Samen“ werden auf den Plattformen spottbillig angeboten. Das ist einfach zu schön, um wahr zu sein!

  • Wie lange gibt es den Verkäufer schon? Bei Shops, die seit weniger als einem Jahr aktiv sind, ist Vorsicht geboten. Schließlich dauert es oft über ein Jahr, bis aus einem Samen eine katzenförmige Orchidee heranwächst.

  • Gib deinen Kunden die oben genannte Checkliste an die Hand. Damit können sie innerhalb einer Minute selbst herausfinden, dass es sich um Betrug handelt.


Am Ende gilt: Wenn Kunden felsenfest an eine neonblaue Hosta glauben wollen, kann man manchmal nichts machen. Bekannte Plattformen genießen großes Vertrauen, und Betrüger nutzen das schamlos aus, um ihre Fake-Pflanzen an den Mann zu bringen.

Der beste Weg ist Beratung: Erkläre deinen Kunden einfach verständlich, woran sie solche Fake-Angebote selbst erkennen können.